Frauenpower! Carmen versus Katarina - oder geht es auch anders?

Frauenpower! Carmen versus Katarina - oder geht es auch anders? Stefan Grauf-Sixt (Foto Zippusch), Ronnie Veró Wagner (Foto Gomes), Musicalsommer Winzendorf (Zusammenstellung)

Wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, ist das im Theater meistens ein Riesenkonflikt und führt zu Hass und Rache (wenn zwei Männer dieselbe Frau lieben, wird es traditionell noch dramatischer). Je unterschiedlicher die Frauen, desto sichtbarer der Konflikt.

Und Carmen und Katarina könnten unterschiedlicher gar nicht sein. Wie Tag und Nacht stehen sie sich gegenüber, im weißen Nachthemd und schwarzen Raffrock. Die eine tut, was man ihr sagt, die andere tut, was sie will. Unschuldig und wohlerzogen, wild und leidenschaftlich. Gemeinsam zeigen sie zwei unterschiedliche Lebensentwürfe von Frauen, und auch zwei Bilder von Frauen, wie sie seit Jahrhunderten gezeichnet werden.

Die beiden Frauen treffen aufeinander, weil sie denselben Mann lieben und derselbe Mann sie beide liebt. Carmen "stiehlt" Katarinas Verlobten Don José, Katarina ist verletzt und verlassen, Carmen bleibt eifersüchtig auf die sichere, liebevolle Beziehung zwischen José und Katarina.

Man erwartet jetzt, dass sich die beiden Frauen gegenseitig hassen, die Augen auskratzen wollen, Zickenkriege und Racheakte planen. Doch davon keine Spur: als Carmen in der Kirche auf Katarina trifft, treffen zwar zwei Welten aufeinander – aber auch zwei Frauen. In ihrer Liebe zu José schließen sie sich zusammen, um José das Leben zu retten. Carmen wird, auch durch den Kontakt zu Katarina, etwas gemäßigter, Katarina hat keine Angst, sich die Hände schmutzig zu machen, widersetzt sich ihrem Vater und wird aktiv. Die Frauen lernen voneinander und helfen einander. Und dramatisch wird es trotzdem - und wie!

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